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Keller außen oder innen abdichten: fünf Kriterien

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Kurz beantwortet

Von außen abzudichten ist die technisch vollständigere Lösung, weil das Wasser gar nicht erst ins Mauerwerk gelangt. Von innen abzudichten ist die richtige Wahl, wenn Aufgraben nicht möglich oder unverhältnismäßig teuer ist, und bei bestimmten Bauarten wie Streifenfundamenten sogar die bessere. Ausschlaggebend ist nicht der Preis, sondern die Art der Wassereinwirkung: Bei drückendem Wasser scheidet eine Innenabdichtung aus.

Fünf Kriterien entscheiden

Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Das erste Kriterium kann die Entscheidung allein treffen, das letzte niemals.

Entscheidungskriterien im Vergleich
Kriterium Von außen Von innen Was den Ausschlag gibt
Wassereinwirkung Auch bei drückendem Wasser möglich Nur bei nicht drückendem Wasser Bei drückendem Wasser scheidet innen aus. Dieses Kriterium schlägt alle anderen.
Zugänglichkeit Setzt etwa drei Meter Zufahrtsbreite voraus Unabhängig von der Zufahrt Bei Reihenhäusern und Grenzbebauung ist die Wand oft nicht erreichbar.
Gründungsart Aushub kann die Gründung freilegen Greift die Gründung nicht an Bei Streifenfundamenten ist die Innenabdichtung häufig die bessere Wahl.
Geplante Nutzung Die Wand trocknet nach außen ab Die Wand bleibt feucht, nur die Innenseite ist dicht Für Wohnraum mit dauerhaft niedriger Luftfeuchte reicht innen nicht.
Budget Höher, weil Erdarbeiten dazukommen In der Regel deutlich günstiger Das letzte Kriterium, nicht das erste. Ein günstiges falsches Verfahren wird zweimal bezahlt.

Grenzen der Außenabdichtung

Die Außenabdichtung gilt als der vollständigere Weg, weil sie das Wasser abhält, bevor es ins Mauerwerk gelangt. Sie ist deshalb nicht in jedem Fall die richtige Antwort.

Wann außen nicht passt

  • Bei aufsteigender Feuchte. Die Wand bleibt nass, obwohl außen alles neu ist. Der teuerste vermeidbare Fehler in diesem Gewerk.
  • Wenn der Bagger nicht ans Haus kommt, etwa bei Reihenhäusern oder Grenzbebauung.
  • Wenn nur ein Teilbereich betroffen ist und eine Innenabdichtung dasselbe erreicht.
  • Wenn das Wasser durch die Bodenplatte kommt. Von außen ändert sich daran nichts.

Grenzen der Innenabdichtung

Die Innenabdichtung ist kein Notbehelf. Sie hat aber eine harte Grenze, und die liegt beim Druck. Eine Innenabdichtung wird von der Wand gedrückt, wenn Wasser dagegen ansteht.

Wann innen nicht passt

  • Bei drückendem Wasser. Eine Innenabdichtung hält den Druck nicht, sie wird von der Wand gedrückt.
  • Beim Ausbau zu Wohnraum mit dauerhaft niedriger Luftfeuchte. Die Wand bleibt feucht, nur die Innenseite ist dicht.
  • Wenn aufsteigende Feuchte die Ursache ist. Dann kommt zuerst die Horizontalsperre.

Kombinationslösungen

Die Entscheidung fällt selten für ein Verfahren am ganzen Haus. Häufiger wird aufgeteilt: außen dort, wo die Wand erreichbar ist, innen dort, wo kein Gerät hinkommt. Bei dichter Bebauung ist das der Regelfall.

Die zweite Kombination betrifft die Reihenfolge. Liegt neben dem seitlich eindringenden Wasser auch aufsteigende Feuchte vor, steht die Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte am Anfang. Wird sie übersprungen, bleibt die Wand nass, obwohl außen alles neu ist.

Auf jede Abdichtung folgt die Zeit, in der die Wand die eingelagerte Feuchte abgibt. Das ist ein eigener Arbeitsschritt, siehe Keller trockenlegen.

Was Sie selbst prüfen können

  • Steht nach Starkregen Wasser auf dem Kellerboden oder läuft es an Fugen ein? Dann liegt Druck an, innen fällt aus der Auswahl.
  • Kommt an jede betroffene Wandseite ein Gerät mit drei Metern Zufahrtsbreite? Wenn nicht, lautet die Frage nicht mehr, was besser ist, sondern was möglich ist.
  • Soll der Keller Wohnraum werden? Dann reicht eine dichte Innenseite bei feucht bleibender Wand nicht.
  • Steht ohnehin eine Maßnahme außen an, etwa eine neue Terrasse? Dann verschiebt sich die Rechnung zugunsten der Außenabdichtung.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist

An der Art der Wassereinwirkung fällt die Entscheidung, und sie lässt sich nicht sicher aus dem Schadensbild ableiten. Dafür braucht es die Messung an der Wand und die Beurteilung des Baugrunds.

Verlangen Sie ein Angebot, das die Wassereinwirkungsklasse nach DIN 18533 nennt. Wer sie weglässt, hat sich offengehalten, den einfacheren Aufbau auszuführen.

Häufige Fragen

Muss wirklich das ganze Haus freigelegt werden?

Nicht zwangsläufig. Wenn nur eine Wandseite betroffen ist und die Ursache eindeutig dort liegt, wird auch nur diese Seite bearbeitet. Das steht im Befund.

Reicht eine Drainage allein?

Nein. Eine Drainage leitet Wasser ab, sie dichtet nicht ab. Ohne funktionierende Abdichtung verschiebt sie das Problem nur.

Wie lange hält das?

Eine fachgerecht ausgeführte Außenabdichtung ist auf die Lebensdauer des Bauteils ausgelegt. Eine Drainage dagegen braucht Wartung, sonst setzt sie sich zu.

Verliere ich Raumhöhe oder Fläche?

Der Aufbau trägt etwa zwei bis drei Zentimeter auf. Bei einer Vorsatzschale mehr.

Kann ich danach fliesen?

Auf Sanierputz nicht flächig. Der Putz muss atmen können.

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