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Die vier Ursachen für einen feuchten Keller und ihre Merkmale

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Kurz beantwortet

Feuchtigkeit im Keller hat vier mögliche Ursachen: kapillar aufsteigende Feuchte aus dem Boden, seitlich eindringendes Sickerwasser, drückendes Wasser bei hohem Grundwasser und Kondensat aus der Raumluft. Sie sehen an der Wand ähnlich aus, brauchen aber völlig verschiedene Arbeiten. Der Unterschied lässt sich ohne Werkzeug feststellen: Aufsteigende Feuchte bildet einen waagerechten Rand und ist wetterunabhängig, Sickerwasser tritt nach Regen auf, Kondensat im Sommer.

Die vier Ursachen im Überblick

Die vier Feuchtetypen und das jeweils passende Verfahren
Typ Woran man ihn erkennt Passendes Verfahren
Kapillar aufsteigende Feuchte Feuchter Streifen bis etwa 1,5 Meter Höhe, weiße Kristalle an der Wand, Putz platzt im Sockelbereich ab Horizontalsperre
Nicht drückendes Sickerwasser Feuchte Flecken auf einer Wandseite, meist nach längerem Regen, keine Pfützen Abdichtung von außen oder innen
Drückendes Wasser Wasser steht am Boden, Einlauf an Fugen und Durchdringungen, tritt bei hohem Grundwasser oder Starkregen auf Abdichtung von außen mit Drainage
Kondensat aus der Raumluft Feuchte an Außenecken und hinter Möbeln, tritt im Sommer auf, verschwindet im Winter Kein Abdichtungsfall, Lüftung und Dämmung

Diese vier sehen an der Wand ähnlich aus und brauchen völlig verschiedene Arbeiten. Wer das falsche Verfahren wählt, zahlt zweimal.

Kapillar aufsteigende Feuchte

Mauerwerk besteht aus Steinen und Mörtelfugen mit feinen Poren. Wo zwischen Fundament und aufgehendem Mauerwerk keine Sperrschicht liegt, zieht Bodenfeuchte in diesen Poren nach oben, wie Wasser in einem Zuckerwürfel. Bei Häusern vor 1960 fehlt diese Schicht oft ganz.

Das Erkennungszeichen ist der waagerechte Rand: Der feuchte Bereich endet auf einer Höhe und läuft über die ganze Wand, meist bis etwa 1,5 Meter. Dazu kommen weiße Kristalle, die wiederkommen, und Putz, den die Salze im Sockelbereich absprengen. Und das Wetter spielt keine Rolle, die Feuchte ist auch nach Wochen Trockenheit da.

Antwort darauf ist die Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte. Von außen abzudichten ändert an diesem Fall nichts.

Nicht drückendes Sickerwasser

Regenwasser sickert am Bauwerk entlang nach unten und trifft auf die Kellerwand. Solange es weiter versickern kann, übt es keinen Druck aus. Es genügt aber, um eine schadhafte oder fehlende Abdichtung zu durchdringen.

Das Bild an der Wand: feuchte Flecken auf einer Wandseite, meist nach längerem Regen, keine Pfützen und kein waagerechter Streifen. Häufig ist genau die Seite betroffen, zu der das Gelände fällt oder an der die Dachrinne nicht abgeleitet wird.

Je nach Zugänglichkeit ist die Antwort die Abdichtung von außen oder die Abdichtung von innen.

Drückendes Wasser

Steht das Wasser am Bauwerk an, statt zu versickern, entsteht Druck. Bei hohem Grundwasser dauerhaft, bei Starkregen vorübergehend.

Das Erkennungszeichen ist eindeutig: Wasser steht am Boden und läuft an Fugen und Durchdringungen ein. Wer das sieht, hat es nicht mit einer feuchten Wand zu tun, sondern mit einer undichten.

Eine Innenabdichtung scheidet aus, sie hält den Druck nicht. Nötig ist eine Ausführung, die für die Wassereinwirkungsklasse nach DIN 18533 zugelassen ist, in aller Regel von außen. Wo eine Ableitung zulässig ist, kommt eine Drainage nach DIN 4095 dazu. Bei hohem Grundwasser ist sie es nicht.

Kondensat aus der Raumluft

Der vierte Fall ist kein Abdichtungsfall. Die Feuchtigkeit kommt aus der Luft im Raum. Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte, trifft sie auf eine kalte Wandfläche, gibt sie ihre Feuchtigkeit genau dort ab.

Deshalb tritt Kondensat im Sommer auf und verschwindet im Winter, und deshalb sitzt es an Außenecken und hinter Möbeln. Wer dann lüftet, verstärkt das Problem: Die warme Außenluft bringt mehr Feuchtigkeit mit, als sie an der kalten Wand halten kann.

Die Antwort liegt bei Lüftungsverhalten und Dämmung, nicht bei einer Abdichtung. Mehr dazu unter Kellerisolierung und Perimeterdämmung und in Schimmel im Keller.

Was Sie selbst prüfen können

Vier Handgriffe ohne Ausrüstung, die die Zuordnung meist klären.

  • Höhe des Feuchterands messen. Läuft er waagerecht über die ganze Wand, spricht das für aufsteigende Feuchte. Ein unregelmäßiger Verlauf dagegen.
  • Ein Stück Alufolie über 48 Stunden an die Wand kleben. Feuchtigkeit auf der Raumseite bedeutet Kondensat, auf der Wandseite Feuchte aus dem Mauerwerk.
  • Auftreten mit dem Wetter abgleichen. Nach Regen bedeutet Sicker- oder drückendes Wasser, unabhängig vom Wetter aufsteigende Feuchte, nur im Sommer Kondensat.
  • Salzausblühungen abwischen. Kommen sie zurück, wandert weiter Wasser durch das Mauerwerk.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist

Die Zuordnung zu einem der vier Typen können Sie selbst vornehmen. Den Durchfeuchtungsgrad des Mauerwerks und den Salzgehalt nicht. Beides entscheidet, ob ein Verfahren überhaupt wirkt: Ist der Durchfeuchtungsgrad zu hoch, bildet sich bei einer Injektion keine durchgehende Sperrschicht.

Kommen zwei Ursachen zusammen, etwa aufsteigende Feuchte und seitlich eindringendes Wasser, gehört die Reihenfolge der Maßnahmen in einen schriftlichen Befund. In dieser Kombination wird am häufigsten das teure Verfahren zuerst ausgeführt und das wirksame danach.

Häufige Fragen

Ich lüfte regelmäßig und es riecht trotzdem modrig. Woran liegt das?

Der Geruch kommt von mikrobiellem Wachstum an feuchten Flächen. Lüften bekämpft ihn nicht, sondern verstärkt ihn im Sommer sogar.

Weiße Kristalle an der Wand lassen sich abwischen und kommen wieder. Was bedeutet das?

Salze, die mit dem Wasser durchs Mauerwerk gewandert sind. Ein deutlicher Hinweis auf aufsteigende Feuchte.

Eine Wandseite ist feucht, die anderen nicht. Was steckt dahinter?

Meist seitlich eindringendes Sickerwasser, oft an der Seite mit dem Gefälle oder ohne Dachrinnenableitung.

Der Keller ist im Winter kalt und im Sommer feucht. Ist das ein Abdichtungsfall?

Klingt nach Kondensat und fehlender Dämmung. Das ist kein Abdichtungsfall.

Der Putz platzt im unteren Wandbereich ab. Was ist die Ursache?

Die Salze kristallisieren hinter der Putzschicht und sprengen sie ab. Der Streifen endet meist bei etwa 1,5 Metern.

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