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Grundwasser und Baugrund in Hamburg: was im Keller ankommt

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Kurz beantwortet

Hamburg teilt sich in Geest und Marsch, und dieser Unterschied entscheidet darüber, welches Abdichtungsverfahren an Ihrem Haus überhaupt in Frage kommt. In weiten Teilen der Stadt steht das Grundwasser etwa zwei Meter oder näher unter der Geländeoberfläche, woraus in bebauten Gebieten Kellervernässungen entstehen. In den Marschgebieten kommt hinzu, dass Kleiböden Regenwasser kaum ableiten. Auf der Geest ist dagegen häufig Stauwasser über undurchlässigen Schichten die Ursache, nicht echtes Grundwasser.

Geest und Marsch

In weiten Teilen Hamburgs steht das Grundwasser etwa zwei Meter oder näher unter der Geländeoberfläche. Daraus entstehen in bebauten Gebieten Kellervernässungen, besonders in Jahren mit hohen Grundwasserständen. Quelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Hamburg.

Die Stadt teilt sich in Geest und Marsch. Auf der Geest steht in Bereichen mit Geringleiterschichten bis etwa zehn Meter Tiefe in der Regel kein Grundwasser an, dort ist Stauwasser über schlecht durchlässigen Schichten das häufigere Problem. In der Marsch unter zwei Meter über NHN wird der Grundwasserstand in Abständen von 25 Zentimetern kartiert, so eng liegen die Verhältnisse dort beieinander.

Marschböden bestehen aus Klei, Torf und Mudde. Diese Böden leiten Wasser schlecht ab, Regenwasser versickert langsam und staut sich an der Kellerwand.

Nicht das Gebäude entscheidet, sondern das, was darunter liegt. Deshalb haben zwei Häuser desselben Baujahrs in derselben Stadt völlig verschiedene Kellerprobleme.

Welcher Stadtteil liegt wo

Eine grobe Einordnung. Für ein einzelnes Grundstück ersetzt sie keine Messung vor Ort.

  • Geest: Rahlstedt, Wandsbek, Volksdorf und die Walddörfer, Altona und Ottensen am Elbhang, dazu Norderstedt und Ahrensburg im Umland.
  • Marsch: die Vierlande und Neuallermöhe im Bezirk Bergedorf sowie Wilhelmsburg und die Süderelbe-Gebiete.
  • Übergang: Harburg, wo der Geestrücken auf die Elbmarsch trifft, und der Bergedorfer Geestrand am alten Ortskern.

Was daraus für Ihren Keller folgt

Baugrund, üblicher Feuchtetyp und daraus folgendes Verfahren
Bereich Baugrund Üblicher Feuchtetyp Was daraus folgt
Geest Sand und Kies, stellenweise Geschiebemergel als Geringleiter Stauwasser über der undurchlässigen Schicht, seitlich anstehend Abdichtung von außen, Ableitung möglich, sofern ein Vorfluter besteht
Marsch Klei, Torf und Mudde, Grundwasser dicht unter Gelände Drückendes Wasser, dauerhaft, nicht nur nach Regen Abdichtung nach der entsprechenden Wassereinwirkungsklasse, Drainage in der Regel unzulässig
Übergang Geest zu Marsch Geestkante mit Hanglage über der Elbmarsch Schichtenwasser, erreicht die Wand von der Bergseite Gezielte Maßnahme an der betroffenen Seite statt Rundum-Abdichtung

Den Stand für Ihre Adresse nachsehen

Die Stadt Hamburg veröffentlicht in ihrem Geoportal Grundwassergleichenpläne. Darin lässt sich für eine Adresse ablesen, in welcher Höhe der Grundwasserstand kartiert ist. In der Marsch unter zwei Meter über NHN in Abständen von 25 Zentimetern, so eng liegen die Verhältnisse dort beieinander.

Was Sie dort nicht finden, ist Stauwasser. Es entsteht örtlich über einer schlecht durchlässigen Schicht und steht in keinem Plan. Auf der Geest ist genau das der häufigere Fall. Ein unauffälliger Grundwasserstand ist deshalb kein Nachweis, dass an Ihrer Kellerwand kein Wasser ansteht.

Was Sie selbst prüfen können

  • Notieren Sie die Höhe Ihres Grundstücks über NHN. Unter zwei Metern sind Sie in der Marsch, dann gelten deren Regeln.
  • Halten Sie fest, ob die Feuchte nach Regen auftritt oder unabhängig vom Wetter. Wetterabhängig deutet auf Sicker- oder Stauwasser, wetterunabhängig auf aufsteigende Feuchte.
  • Sehen Sie nach, ob das Gelände zum Haus hin fällt und wo die Dachentwässerung endet. Beides entscheidet, wie viel Wasser an der Wand ankommt.
  • Fragen Sie in der Nachbarschaft nach Aufgrabungen. Wer aufgegraben hat, weiß, in welcher Tiefe welche Schicht ansteht.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist

Sobald es um das Verfahren geht, reichen Karten und eigene Beobachtungen nicht mehr. Der Durchfeuchtungsgrad lässt sich nur messen, und die Wassereinwirkungsklasse nach DIN 18533 ergibt sich aus Baugrund und Bemessungswasserstand am Bauwerk, nicht aus einer Angabe für den Stadtteil.

Verlangen Sie vor jedem Angebot einen schriftlichen Befund, der den Feuchtetyp benennt und daraus das Verfahren ableitet. Ein Angebot, das mit dem Verfahren beginnt, überspringt den Schritt, an dem sich die Kosten entscheiden.

Die Lage in den einzelnen Stadtteilen

Für die acht Bereiche unseres Einsatzgebiets steht die Ableitung auf einer eigenen Seite, mit Geländeschnitt und den dort überwiegenden Verfahren.

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Drainage gewartet werden?

Alle zwei bis drei Jahre spülen. Ohne Kontrollschächte geht das nicht, und dann setzt sich das Rohr innerhalb weniger Jahre zu.

Darf ich das Wasser in die Kanalisation leiten?

In Hamburg in der Regel nicht ohne Genehmigung. Das klären wir vor der Ausführung.

Reicht eine Drainage statt Abdichtung?

Nein. Sie hält Wasser von der Wand fern, sie hält es nicht aus der Wand heraus.

Warum ist bei hohem Grundwasser keine Drainage zulässig?

Weil sie dann dauerhaft Grundwasser absenken würde. Das ist genehmigungspflichtig und wird in der Regel nicht erlaubt.

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